Schneller Anstieg der Übernahme der medizinischen Versorgungskosten für Geschlechtsangleichung in den USA

Posted on Juni 8, 2017 by Dr Bart van de Ven

Eine schnell wachsende Zahl an Krankenkassentarifen in den Vereinigten Staaten deckt nun die mit der Geschlechtsangleichung verbundenen Kosten für Transgender-Menschen ab. Ein aktueller Artikel im Fachmagazin New England Journal of Medicine zeigt sich optimistisch über die künftige Kostenübernahme der medizinischen Versorgung der Geschlechtsangleichung.

Kostenübernahme für Transgender in den USA
Dies ist ein wichtiger Wandel, von dem laut dem belastbaren Fachblatt alle profitieren. Eine Kosten-Nutzen-Analyse ergab, dass die Abdeckung dieser Versorgung angesichts der hohen finanziellen und menschlichen Kosten, die mit einer unbehandelten Geschlechtsdysphorie einhergehen, kosteneffizient ist.

Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse kam zu dem Ergebnis, dass die Streichung von Transgender-Ausnahmen aus Krankenkassentarifen mehrere „immaterielle“ Vorteile hat. Die Behandlung reduziert nachweislich das Suizidrisiko, verringert den Drogenkonsum und erhöht die Einhaltung der HIV-Behandlung bei Transgender-Menschen.

Kostenübernahme für Geschlechtsdysphorie ist noch neu

Alle großen medizinischen Verbände in den USA erkennen die medizinische Notwendigkeit einer Behandlung bezüglich der Geschlechtsangleichung an und haben die Versicherungsunternehmen aufgefordert, eine Abdeckung der Behandlungskosten für Geschlechtsdysphorie anzubieten. Bis vor Kurzem weigerten sich die Versicherer jedoch, für Dienstleistungen oder Eingriffe angesichts dieser Behandlungen zu zahlen.

Im Jahr 2012 begann sich dies zu ändern. Damals erließ das Kalifornische Versicherungsministerium eine Regelung, die den Ausschluss der Kostenübernahme für Behandlungen rund um die Geschlechtsangleichung verbietet, wenn die Kosten für diese Behandlungen aufgrund von anderen Erkrankungen übernommen werden. Beispielsweise enthalten viele Tarife bereits Hormontherapie oder Brustrekonstruktion für Nicht-Transgender-Menschen bei Indikationen wie endokrinen Erkrankungen oder Krebsbehandlung.

Diese Regelung sowie eine Regelung einer unabhängigen Beschwerdekammer im Gesundheitsministerium und eine landesweite Verfügung eines Bundesrichters veranlassten die Versicherungsunternehmen zu einem Richtungswechsel. Laut dem New England Journal of Medicine bieten nun Medicare (Sozialversicherungsprogramm), viele staatlich regulierte private Tarife, Medicaid-Programme in einigen Bundesstaaten und eine wachsende Zahl Arbeitgeber-finanzierter Tarife die Kostenübernahme für die Geschlechtsangleichung an.

Arbeitgeber erkennen die Bedeutung der Versorgung an

Trotz anhaltender gerichtlicher Auseinandersetzungen über landesweiten Schutz vor Diskriminierung für Transgender-Menschen und Präsident Trumps Plan, Obamacare zurückzunehmen oder zu ändern, erwartet die medizinische Fachzeitschrift eine Fortsetzung dieser Entwicklung. Viele Arbeitgeber erkennen die Bedeutung einer solchen Versorgung an. Verdeutlicht wird dies daran, dass 2002 kein Fortune 500-Unternehmen seinen Mitarbeitern die Kostenübernahme für Geschlechtsangleichungen anbot, bis Ende 2016 waren es jedoch bereits die Hälfte, wie das Fachblatt schreibt.

Aktuelle Statistiken schätzen, dass es in den USA etwa 1,4 Millionen erwachsene Transgender-Menschen gibt (0,6 % der Bevölkerung) und 150.000 Transgender-Teenager zwischen 13 und 17 Jahren. Sie sind häufig Diskriminierungen seitens ihrer Versicherungsanbieter und Arbeitgeber und Schikane an öffentlichen Orten ausgesetzt. Depressionen, Angstzustände, das Erleben von Gewalt und HIV-Infektion sind häufig unter Transgender-Menschen. Bei jenen mit geringem Einkommen und bei schwarzen Transgender-Menschen sind diese Probleme besonders akut.

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