Resonanz: Warum sie für die MzF-Stimme wichtig ist

Posted on August 16, 2017 by Ellen Defrancq

Resonanz. Ein Begriff, der oft in der Stimmtherapie und bei Gesangsstunden verwendet wird, doch zugleich ein geheimnisumwobenes Konzept ist. Resonanz kann man nur hören und fühlen, darum ist es so schwierig, sie mit Worten zu beschreiben. Katrien Eerdekens, Stimmtherapeutin in der 2pass-Klinik, erklärt, was sich dahinter verbirgt.


Resonanz (Latein: resonare, widerhallen) ist ein Naturphänomen, das in der Schwingung auftritt. Ein schwingendes Objekt kann ein anderes Objekt zum Schwingen bringen, da die Schwingungen über ein Zwischenglied übertragen werden.

Wie funktioniert die Resonanz?

Unsere Stimme ist eigentlich ein Instrument. Im Grunde besteht jedes Instrument aus 3 Komponenten. Sehen wir uns zum Beispiel eine Gitarre an:

1. Energiequelle (Finger der Gitarristin)
2. Oszillator (etwas, das Bewegung hervorruft, Saiten) und ein
3. Resonator (der Klangkörper der Gitarre).

Ein Resonator muss:

  • Eine Öffnung haben
  • Einen Hohlraum haben

Die Größe und Form dieses Raums beeinflusst die Art der Resonanz. Die Schallwelle wird vom Resonator ausgesendet und diese Welle hat einen bestimmten Tonumfang, auf dem sie schwingen kann. Dieser Umfang wird von den Maßen und der Dichte der Räume sowie der Form und Größe der Öffnung bestimmt.

Unsere Stimme ist unser persönliches Werkzeug und enthält diese 4 Komponenten:

  • Lungen, Zwerchfell (Energiequelle)
  • Stimmlippen (Oszillator),
  • Mund- und Rachenhöhle = Stimmkanal (Resonator)
  • Lippen und Zunge (Artikulatoren).

Der Mund, die Nase und die Rachenhöhle (Stimmkanal oder Anhang) sorgen für die Resonanz. Der von den Stimmlippen erzeugte Hauptklang (Phonation) wird vom Resonanzraum des Stimmkanals weiter verzerrt und verstärkt. Dieser Aspekt der Stimme wird Klangfarbe oder Timbre genannt.

Warum ist die Resonanz bei MzF-Stimmen so wichtig?

Der Resonator (Mund- und Rachenhöhle = Stimmkanal) ist bei Männern und Frauen unterschiedlich groß. Ein männliches Stimmgerät ist größer.

Wir können unseren Stimmkanal mit Hilfe von Sprachtherapie verändern. Sämtliche Veränderungen am Stimmkanal (an der Größe, Form, der Dichte der Wand und der Öffnungsgröße) ändern die Tonhöhe der Schwingung in der Luft.

In der Sprachtherapie für Transfrauen ist es wichtig, dass wir lernen, unseren Klang in unserem Kopf zu projizieren und widerhallen zu lassen und so eine größere Resonanz in der Feminisierung der Stimme anzuregen.

Vereinbaren Sie einen Termin mit Katrien Eerdekens

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