Nadelepilation: Eyes wide shut – oder besser doch nicht?

Posted on März 21, 2017 by Ellen Defrancq

Eine Anekdote aus früheren Zeiten, in meiner Erinnerung jedoch noch nicht allzu lange her…

Von Mitte 1996 bis Mitte 1997 lief die Epilation der so überaus lästigen Barthaare. Diese erfolgte mittels Nadelepilation – langsam und zeitaufwändig, jedoch verlässlich und sicher (und zum Glück mit einem gut verträglichen, starken Schmerzmittel).

Selbst wenn ich gewollt hätte: Erste Anwendungen der damals gerade neu eingeführten Laser-Epilation fanden erst im März/April 1997 statt, begleitet vom Jubel der Behandelten. So viel schneller, und wie einfacher! Nur vereinzelt waren Befürchtungen zu hören, Laserepilation sei vielleicht nicht gar so dauerhaft, wie gedacht. Diese Stimmen sollten später leider recht behalten!

Nadelepilation

electrolysisMir konnte es so oder so egal sein, da in dem (übrigens recht verregneten) Frühling jenes Jahres die Nadelepilation bereits weit fortgeschritten war. Die hatte ich auch dadurch erreicht, dass ich, im Gegensatz zum Vorjahr, die Bereiche des Gesichts mit Haarbewuchs nicht mehr mit Pflaster abklebte, sondern auf größeren Flächen des Gesichts einfach offen herauswachsen ließ, um bei der nun erhöhten Zahl von Terminen (etwa 3 bis 4 pro Woche) genügend Haarfollikel erreichen zu können. In der Anagenphase logischerweise – nur dann macht es wirklich Sinn.

Natürlich sah dies sehr seltsam aus: Der erste Bereich war nach dem Epilieren haarfrei, jedoch geschwollen und knallrot, meist direkt daneben war die Fläche für den darauffolgenden Termin, bereits deutlich bewachsen, und an einer weiteren Stelle Haare, gerade am Herauswachsen – bis zum dritten Termin der Woche sollten sich auch diese optisch noch stärker bemerkbar machen! Glücklicherweise hatte ich große Mengen eines starken Schmerzmittels verschrieben bekommen, welches ich kurz vor der Behandlung einnehmen konnte. Diese Möglichkeit hatte damals nicht jeder.

Hallo im Discounter

Die Praxis der Elektrologistin war etwa 12 km von meiner damaligen Wohnung entfernt. Mit dem Aussehen eines Flickenteppichs war es natürlich schwierig, in der Öffentlichkeit zu sein. Dennoch musste ich ja einkaufen. Dies tat ich in der kleinen Filiale eines Discounters, die auf halbem Weg direkt an der Strecke lag.

Ich wollte kein Aufsehen erregen. Doch wie den Kassiererinnen begegnen? Ich beschloss, einfach so natürlich wie eben möglich zu agieren und ihnen freundlich und offen zu begegnen, nicht etwa verdruckst oder übervorsichtig. Damit hatte ich keinerlei Probleme. Nach kurzer Zeit wurde ich bereits mit „Hallo“ begrüßt – wie jemand, den man öfters sieht.

Nach einiger Zeit teilte mir die Elektrologistin mit, eine neue Kundin habe sie bei der Erklärung des Begriffs „Epilation“ innerhalb des Angebotsspektrums auf etwas aufmerksam gemacht.

„Bei uns kommt seit einiger Zeit jemand zum Einkaufen. Es ist eine Frau, aber sie hat an vielen Stellen Haare rausstehen – richtig wie Barthaare. Können Sie sich das vorstellen? Ganz seltsam. Aber sie ist eine nette Person.“

– „Hat sie lange, braune Haare und eine dunkelblaue Jacke?“

– „Ja…? Doch!“

– „Ich glaube, das ist eine Kundin von mir…“

Auch heute sehe ich diese Kassiererin hin und wieder, da sie in anderen Filialen des Discounters Vertretungen übernimmt. Beim kurzen Plausch ist es immer wieder eine Freude über diese Zeit, die ich, nicht „Augen zu und durch“, sondern „Augen AUF und durch“ so gut überstanden habe.

Flickenteppich

Hätte ich 1997 die Möglichkeit gehabt, die Haare einer gesamte Gesichtsfläche in einer längeren Behandlung während der Anagen-Phase behandeln zu lassen, und das mit passender Zufuhr an Schmerzmitteln, wie in der O2-Klinik – nur zu gerne hätte ich Gebrauch davon gemacht!

Nicht für jeden ist es sinnvoll bzw. erträglich, wie oben beschrieben, eine Weile als „Flickenteppich“ herumzulaufen. Ich hatte damals keine Arbeit (jedoch eine sichere Stelle mittelfristig in Aussicht), daher erst einmal noch viel Zeit. Bei den meisten Betroffenen ist es nicht so. Hier bietet sich ein Urlaub an. Selbst wenn die Krankenkasse erst mal nicht für die Behandlung aufkommen wird – man sollte dies dennoch vorher beantragen! Dann stehen die Chancen am besten, die hierfür aufgewendeten Mittel erstattet zu bekommen.

Mit freundlichem Gruß,
Patricia Notz

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