Hormonbehandlung für Transfrauen

Hormonbehandlung für Transfrauen

Prof. dr. Luc Van Gaal—Professor für Endokrinologie, Diabetologie und metabolische Krankheiten von dem UZA (Universitätsklinikum Antwerpen)




 

Die Hormonbehandlung ist für viele einer der ersten Schritte auf dem Weg zur Transition. Ist der Patient eine Transfrau, werden ihr weibliche Hormone verabreicht, während gleichzeitig die Bildung männlicher Hormone verringert wird. Bei Transmännern verhält es sich genau umgekehrt. Eine Hormonbehandlung kann bei der 2pass Clinic begonnen werden.

Für wen ist eine Hormonbehandlung gedacht?

Die Hormonbehandlung ist eine eingreifende Therapie. Bevor der Endokrinologe (Hormonspezialist) Hormone verschreibt, muss erst festgestellt werden, ob tatsächlich eine Geschlechtsidentitätsstörung vorliegt. Daneben müssen einige Fragen zu eigenen Gesundheit beantwortet werden und kann eventuell eine kurze medizinische Untersuchung erfolgen.

Von einer Hormonbehandlung abgeraten wird bei Transfrauen mit unbehandeltem hohen Blutdruck sowie bei Transfrauen, die an einer Thrombose (Blutklümpchen) oder Hirnblutung litten oder bei denen eine Thromboserisiko vorliegt und bei Transfrauen mit einer ernsthaften Lebererkrankung.

Daneben muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Wer unter 16 Jahren ist, kann Pubertätsblocker erhalten. Diese bremsen die Entwicklung von Geschlechtsmerkmalen. Jedoch sind damit Bedingungen verbunden.

 

Erwägen Sie eine geschlechtsanpassende Operation (Sexual reassignment surgery)? Bei der Operation werden die Hoden entfernt. Damit verschwindet die Quelle der Testosteronproduktion. Nach der Operation sind nur noch Östrogene erforderlich.

Hormonarten

Bei der Hormonbehandlung für Transfrauen werden zwei Arten verwendet:

  • Natürliche Hormone, wie Estradiol
  • Synthetische Hormone, beispielsweise Ethinylestradiol.

Der wichtigste Unterschied zwischen diesen beiden Arten besteht darin, dass synthetische Hormone viel stärker sind. Sie führen schneller zu einem Ergebnis, haben aber auch mehr Nebenwirkungen.

Es ist möglich, Hormonpräparate über das Internet zu kaufen. Davon raten wir ab. Selbstmedikation erhöht das Risiko eines Gesundheitsschadens, von Nebenwirkungen und anderen unerwünschten Effekten. Darüber hinaus ist die Qualität von über das Internet gekauften Produkten nicht gewährleistet.

Was macht eine Hormonbehandlung?


Die Hormonbehandlung bremst bei Transfrauen die Produktion des männlichen Hormons Testosteron. Dies geschieht mir Anti-Androgenen wie Cyproteronacetat. Dem werden Östrogene hinzugefügt, die sowohl in Tablettenform, wie auch als Pflaster verabreicht werden. Einige männliche Geschlechtsmerkmale verschwinden somit nach und nach in den Hintergrund.

Terminvereinbarung

Effekte von Anti-Androgenen:

  • Abnahme der Libido
  • Verkleinerung der Hoden
  • Verringerung der Körperbehaarung
  • Der normale Prozess des Haarausfalls bei Männern wird ausgesetzt
  • Muskelabbau
  • Mögliche Nebenwirkung sind Müdigkeit, Lustlosigkeit und früher oder später Unfruchtbarkeit.

Effekte von Östrogenen:

  • Brustwachstum
  • Fett wird am Körper anders verteilt (mehr um die Hüften)
  • Die Haut wird sanfter
  • Zunehmende Emotionalität
  • Erhöhtes Thromboserisiko (vor allem bei Rauchern).

Nicht jeder reagiert gleich auf eine Hormonbehandlung. Bei dem einen treten die Effekte heftiger und schneller als bei dem anderen auf. Dies ist normal.



Was macht eine Hormonbehandlung nicht?

Die Behandlung sorgt für eine schnellere Feminisierung. Dennoch gibt es Dinge, auf die Hormone wenig oder keinen Einfluss haben.

  • Trotz langsam abnehmender Körperbehaarung wird der männliche Bartwuchs nicht oder nur kaum beeinflusst. Sofern man die Bartbehaarung loswerden möchte, muss sich doch einer Laserbehandlung oder Elektrolyse unterziehen.
  • Auch die Stimme verändert sich durch Hormone nicht. Die Stimme lässt sich nur durch Logopädie und eventuell Chirurgie feminisieren.
  • Brustbildung wird durch weibliche Hormone stimuliert. Dies erfordert jedoch Geduld. Es kann bis zu zwei Jahren dauern, bis die Brüste ihre endgültige Größe erreicht haben. Viele Transfrauen sind mit dem nach zwei Jahren erzielten Ergebnis nicht vollständig zufrieden. Als Abhilfe kann in diesem Fall eine Brustvergrößerung dienen.
  • Das Skelett und die Körperlänge ändern sich durch die Hormonbehandlung nicht. Männliche Geschlechtsmerkmale des knochigen Gesichts (starker Kiefer und starkes Kinn, schräge Stirn) können mit Facial Feminisation Surgery angegangen werden.

Hormonbehandlung und Fruchtbarkeit

Hormonen beeinflussen Ihre Fruchtbarkeit. Eine langanhaltende Hormonbehandlung steigert die Möglichkeit, dass Sie keine Kinder mehr bekommen können. Wollen Sie in Zukunft dennoch ein Kind? Transfrauen können vor dem Beginn der Hormonbehandlung Samenzellen einfrieren lassen. Ihr Endokrinologe kann Ihnen mehr dazu sagen.

Nachuntersuchung

Im ersten Jahr sind alle drei Monate Untersuchungen durch den Endokrinologen vorgesehen, im zweiten Jahr der Hormonbehandlung alle sechs Monate. Nach geschlechtsanpassenden Operationen erfolgt die Nachuntersuchung meistens jährlich.

Erstattungen

In vielen Fällen ist eine Rückerstattung der Kosten für Hormonpräparate durch die Krankenkasse möglich. Dies geschieht meistens nach Zustimmung des Arztes sowie der Vorlage der Bescheinigung eines Psychologen und Endokrinologen.

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