Grosser Bedarf eines Kompetenzzentrums für Transmenschen

Posted on Januar 9, 2017 by Ellen Defrancq
Für viele Transmenschen ist es wichtig ihr Coming Out mit einem entsprechenden Passing zu kombinieren. Denn viele von uns versuchen die Wertvorstellungen zu leben, welche uns von klein auf anerzogen wurden. Dazu gehört auch dem Bild der Bipolaren Geschlechterrollen zu entsprechen. Die Angst im Sozialen Umfeld zu versagen und diese anerzogenen Werte zu verletzen ist für viele von uns zu gross. Daher wird auch ein möglichst perfektes Passing angestrebt. Und gerade bei Transmenschen, welche eine Hormonersatztherapie erst nach der Pubertät anfangen, bedeutet dies oft auch teure und schmerzhafte Operationen über sich ergehen zu lassen.

Operation im nächsten Spital

Die erste Hürde ist bei solchen Operationen der finanzielle Aspekt. Aufgrund der Transphoben Einstellung vieler Mitmenschen und Ämtern ist es leider nur all zu oft Realität, dass Transmenschen finanziell schlechter gestellt sind, da sie nach dem Coming Out ihre Anstellung verlieren und daher keine Arbeit mehr haben, oder Arbeiten nachgehen müssen welche nicht ihrer Ausbildung entspricht. In diesem Fall ist man auf die willkürliche Behandlung der Ämter und Kassen angewiesen.

Im besten Fall bekommt man eine geschlechtangleichende Operation angeboten, welche im Inland durchgeführt werden muss. Oft sogar im nächstgelegenen Spital. Die allgemeine medizinische Versorgung  ist zwar in einem solchen Fall gegeben, aber es fehlt in den lokalen Einrichtungen schlicht und einfach an Erfahrung bei Trans-spezifischen Eingriffen. Diese auf dem Trans-spezifischen Themen fehlende Kompetenz kann auch nicht durch andere Kernkompetenzen kompensiert werden. Es nützt dem Patienten nichts, wenn der behandelnde Chirurg zwar ein ausgezeichneter Urologe ist, aber in seiner ganzen Laufbahn erst eine knappe Handvoll geschlechtsangleichender Operationen durchgeführt hat. Die Resultate sind dann leider auch viel zu oft entsprechend…

Operation im Ausland

KompetenzzentrumWenn man aber in der glücklichen Lage ist und die finanzielle Ressourcen hat besteht die Möglichkeit zu Spezialisten zu reisen. Diese sind aber leider rund um die Welt verteilt. Und jede Operation ist nebst den hohen Kosten auch mit einem grossen zeitlichen Aufwand verbunden, welcher nicht zu unterschätzen ist. Und leider können die jeweiligen Destinationen auch nach der erfolgreichen Operation nicht wirklich genossen werden. Und dies obwohl es oft sehr interessante Destinationen sind, welche durch Besuche bei spezialisierten Ärzten bereist werden müssen, kann der jeweilige Aufenthalt aber leider nicht mit Ferien kombiniert werden, da die körperlichen Einschränkungen und Schmerzen nach der Operation oft so gross sind, dass kombinierte Ferien leider auch nicht möglich sind.

Auch wenn man von Freunden und Bekannten immer wieder beneiden wird, wenn man z.B. für zwei Monate in Thailand weilen musste. Diese zwei Monate setzen aber durch Vorbereitende Gespräche für die Operation, die Operation selbst und den anschliessenden Aufenthalt im Spital oder der Klinik zusammen. An Ferien ist einem dabei aber aufgrund der Schmerzen dann nicht im geringsten zumute …

Es wäre daher so wichtig, dass es Kliniken gibt, in denen das ganze Spektrum der Trans-relevanten Know How und Operationen abgedeckt wird. So könnten alle relevanten Operationen sinnvoll zusammengefasst werden und kostensparend und effizient von wirklich kompetenten Spezialisten durchgeführt werden. In solchen Kompetenzzentren steht uns Transmenschen auch zusätzlich so viel gesammeltes Wissen zur Verfügung, dass die Hilfestellungen für uns Transmenschen nicht nur alleine auf die exzellenten chirurgischen Fähigkeiten beschränkt sind, sondern die Jahrzehnte langen Erfahrung der Spezialisten vollumfassend am Anfang der Beratung stehen und am Ende das entsprechende Resultat. Danke 2pass Clinic… !

Danielle Lang

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