Bericht über Dr. Bart van de Ven im niederländischen Magazin ‚Story‘

Posted on Oktober 3, 2016 by Dr Bart van de Ven

Dr. Bart van de Ven erschien mit einem dreiseitigen Artikel über seine Pionierarbeit in der Chirurgie zur Feminisierung des Gesichts im niederländischen Magazin „Story“.

Text des Artikels:


Der Kieferchirurg Dr. Bart van de Ven (54) ist der weltweit einzige Experte für die Feminisierung des Gesichts. Er betreibt die O2-Klinik in Antwerpen, in der Transgender-Menschen sich komplett umwandeln lassen können. Sein Fachgebiet? Die Feminisierung männlicher Gesichter. Die Nachfrage ist riesig, letztes Jahr behandelte er etwa 180 Transgender-Patientinnen.

Sie haben einige Zeit als Kieferchirurg gearbeitet. Wie kamen Sie auf die Idee, sich auf die Feminisierung von männlichen Gesichtern zu konzentrieren?

„2002 verbrachte ich einige Zeit in Kenia. Zusammen mit einem Kollegen, der ebenfalls Kieferchirurg ist, operierte ich einige Kinder mit Spaltungen (Lippenspalte oder Gaumenspalte, die Red.). Einer meiner niederländischen Kollegen sprach über die Probleme von Transgender-Menschen. Stellen Sie sich nur einmal vor, Sie wären im falschen Körper geboren worden. Er sagte mir, dass Transgender-Personen ihn als Kieferchirurgen immer häufiger fragten, was er für sie tun könne. Gelegentlich führte dies zu einer Operation. Ich war fasziniert von dem Thema und fragte ihn, ob ich ihm ein Jahr lang bei solchen Eingriffen helfen könne. Einige Jahre später kam auch zu mir eine Transgender-Frau, die mich fragte, ob ich sie behandeln könnte. Und dann wagte ich einfach den Sprung. Sehr erfolgreich, denn es gibt eine enorme Nachfrage nach solchen Eingriffen. Jeden Monat rufen etwa 13.000 Besucher unsere Website auf. Es gibt keine harten Zahlen, aber die Selbstmordrate ist bei Trangender-Menschen sehr hoch. Es gibt kaum Hilfe. Darum habe ich mich nun seit einigen Jahren ausschließlich auf diesem Gebiet spezialisiert.

„Was genau macht ein Experte für die Feminisierung des Gesichts?“

Ich gestalte Gesichter femininer, dazu nutze ich eine Kombination aus verschiedenen Eingriffen. Ungefähr 75 % meiner Patientinnen sind Transfrauen, die in einem männlichen Körper gefangen sind. Ab ihrem 5. Lebensjahr wird diesen Menschen langsam aber sicher klar, dass sie im falschen Körper geboren wurden. Viele von ihnen sind alles andere als glücklich. Eine übertrieben männliche Nase oder ein Adamsapfel verschwinden nicht wie von Zauberhand. Solche Operationen sind häufig sehr komplex, aber im Laufe der Jahre habe ich meine eigenen Techniken und Instrumente entwickelt, um Gesichter so weiblich wie möglich zu formen. Begleitet werden die Eingriffe vom Abschleifen des Knochens oder Knorpels. Manchmal muss ich die Haarlinie verschieben, weil Männergesichter einfach eine andere Form haben als Frauengesichter. Ich mache auch die Nasen schmaler und die Ohren kleiner. Oder ich säge ein Stück Kinn ab. Kurz gesagt, es gibt verschiedenste Eingriffe, um männliche Attribute zu korrigieren und stattdessen die weiblichen Attribute zu betonen. Doch in der O2-Klinik bieten wir unseren Patientinnen auch ein Komplettpaket an.

„Was ist in diesem Paket enthalten?“

Ab diesem Jahr setzt sich die O2-Klinik dafür ein, ein Feminisierungszentrum aufzubauen, und wir bieten unseren Patientinnen umfassende Dienstleistungen an. Auch dauerhafte Haarentfernungen sind bei uns möglich. Normalerweise ist dies ein schmerzvoller Vorgang, der insgesamt 80 Stunden dauert, aber wir können intravenöse Schmerzmittel verabreichen, um die Schmerzen fast völlig zu stillen. Bei uns arbeitet außerdem ein plastischer Chirurg, der auf Brüste, Po und Bauch spezialisiert ist. Seit kurzem arbeiten wir mit einem Spezialisten zusammen, der Stimmbänder feminisiert. „In naher Zukunft werden wir wahrscheinlich einen Hormonspezialisten, eine Dermatologin, eine Stilberaterin und eine Trainerin beschäftigen, die den Transfrauen beibringt, sich feminin zu bewegen.“

Müssen sich die Patientinnen einem psychologischen Test unterziehen, bevor Sie beginnen, mit ihnen zu arbeiten?

„Die O2-Klinik hat sich bewusst entschieden, dies nicht zu tun. Transgender-Personen, die sich einer Hormontherapie oder einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen, müssen sich vorher vom Psychologen untersuchen lassen. Diese Operationen sind endgültig und haben drastische Konsequenzen. Wenn ich bemerke, dass eine Patientin auch nur einen Hauch von Zweifeln hat, operiere ich sie nicht. Persönlich halte ich dies für einen guten Grundsatz. In meiner gesamten Laufbahn wurde ich noch nie gebeten, eine Operation rückgängig zu machen, und ich habe bereits mehr als 600 Operationen durchgeführt. Aus meiner Sicht hat ein Psychiater einem Transgender-Menschen nicht viel zu bieten. Gespräche sind nötig, um die Diagnose Transgender zu stellen, aber dies ist nicht sehr schwierig. Und warum sollte man so lange warten, um den Menschen zu helfen? Die Wartelisten sind bereits unglaublich lang. Patientinnen, die öfter herkommen, kennen unsere Website (www.facialfeminisation.eu) auswendig. Sie wissen genau, worauf sie sich einlassen.

Die meisten Ihrer Patientinnen sind Transgender-Frauen. Wie ist das durchschnittliche Profil einer solchen Person?

„Ich behandle unterschiedlichste Patientinnen. Manche reisen Tausende von Kilometern an, um ihr Gesicht messen und weiblich formen zu lassen. Vor kurzem kam eine junge Transfrau mit ihrem Vater zu mir. Die beiden waren extra aus Sydney hier zur Sprechstunde in Antwerpen eingeflogen. Anfang Februar kommt das Duo zurück und die Transfrau wird sich operieren lassen. Dieses Jahr behandelte ich außerdem acht belgische Patientinnen. Die jüngste Transfrau, die ich operierte, war 16 Jahre alt. Meine älteste Patientin war 80 Jahre alt. Die meisten Transmenschen lassen sich entweder in sehr jungen Jahren oder zu einem späteren Zeitpunkt operieren, meist, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Was passiert nach einer so großen Operation? Bieten Sie eine Art Nachsorge an?

„Nach der Operation lasse ich meine Patientinnen nie in ein Hotel gehen, stattdessen bleiben sie in einem Gästehaus im Obergeschoss der O2-Klinik. Dies ist eine bewusste Entscheidung, da spezielle Pflege und Unterstützung nach einem solchen Eingriff sehr wichtig ist. Direkt nach einer solchen OP sieht das Gesicht oft nicht gut aus, und es können viele Zweifel und Fragen aufkommen. Aus diesem Grund nimmt eine Patientenbetreuerin alle Patienten unter ihre Fittiche und unterstützt sie in dieser schwierigen Zeit. Diese Patientinnen brauchen ein offenes Ohr und jemanden, der ihnen sagt, dass alles gut wird. Im Durchschnitt bleiben die Patientinnen eine Woche, außer eine Patientin entscheidet sich für eine komplette Umwandlung. In diesem Fall bleibt sie mehrere Wochen. Die Betreuerin bleibt mit den Patientinnen in Kontakt, auch nach der Abreise. Vier Monate nach der Operation lade ich jede Patientin zu einer Sprechstunde ein. Das kann in Antwerpen sein, aber auch in London, Berlin, München oder New York. Ich reise um die Welt, um mich um die Nachsorge meiner Patientinnen zu kümmern und neue Transfrauen in Sprechstunden zu beraten. Wenn sich jemand für eine OP entscheidet, biete ich zudem eine Zufriedenheitsgarantie. Wenn eine Patientin nach der Operation mit ihrem Gesicht nicht zufrieden ist, oder ich denke, dass ich ihr Aussehen mit neuen Techniken verbessern kann, operiere ich sie kostenlos erneut.“

Fühlen die Patientinnen sich nach einem solchen Eingriff wie neu geboren?

„Die meisten Patientinnen, die ich behandele, wollen vor allem ihr Gesicht femininer gestalten. Für sie bedeutet die Veränderung ihres Gesichts einen Neuanfang. Viele von ihnen sehen dies als Wiedergeburt und feiern dieses Ereignis als zusätzlichen Geburtstag. Nur wohlhabende Patientinnen entscheiden sich für mehrere Behandlungen oder für das Komplettpaket. Dies liegt vor allem an den hohen Kosten. Ein neuer Körper kostet leicht mehrere Zehntausend Euro. Diese Kosten werden nicht erstattet. Besonders schade ist das, da Transfrauen sich oft in der Gesellschaft nicht gut zurecht finden. Sie schließen ihr Studium nicht ab oder haben Probleme in der Arbeit, weil sie im falschen Körper geboren wurden. Transgenderismus ist weiterhin ein unterschätztes Problem, mit dem viel Ärger verbunden ist, und das etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung weltweit betrifft. Darum setze ich mich dafür ein, dass wir als Gesellschaft diesen Menschen helfen. Wenn Operationen sie heilen können, worauf warten wir dann noch?“

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